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Faurecia in Geiselhöring - Bild: IG Metall Landshut

IG Metall fordert vom Autositze-Hersteller Faurecia

Nicht die Menschen sitzen lassen!

11.04.2011 I Die IG Metall hat kein Verständnis für die beabsichtigte Schließung der Autositze-Produktion von Faurecia in Geiselhöring. „Wir sind stinksauer auf die verantwortlichen Manager in der Faurecia-Zentrale in Stadthagen und beim PSA-Konzern in Frankreich“ empört sich Robert Grashei, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Landshut.

Die Metallgewerkschaft betreut seit der Gründung des Werkes im Jahr 1988 den Standort und ist enttäuscht von der eiskalten Strategieentscheidung. Die Metallgestelle sollen zukünftig im Ausland produziert werden. Eine mögliche Komplettierung der Sitze wollen die Faurecia-Manager nicht nach Geiselhöring holen. Somit raubt die Werksschließung 560 Beschäftigten und ihren Familien die Existenz.

Deshalb fordert IG Metall-Bevollmächtigter Grashei von der Faurecia-Geschäftsführung die soziale Verantwortung ein: „Seit über 20 Jahren wird mit dem Automobilzulieferer Geld in Geiselhöring verdient. Da kann man nicht einfach die Lichter ausschalten und zusperren, sondern steht gegenüber den Menschen und der Region in der Verantwortung. Die Beschäftigten haben mehr verdient, als sie jetzt sitzen zu lassen.“

Derzeit befindet sich die Automobilindustrie im Aufwind. Bei vielen Herstellern werden Überstunden und Sonderschichten gefahren um die Nachfrage beliefern zu können. Dies gilt auch für die Produkte aus Geiselhöring. Insbesondere die Produktion bei BMW in Dingolfing hängt von den Metallkomponenten aus Geiselhöring ab. Trotzdem müssen sich die Interessenvertreter der Beschäftigten mit dem beabsichtigten Ende der Produktion von Autositzen beschäftigen. Die Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan für die Beschäftigten laufen bereits. Die nächste Verhandlung findet am 27. April statt und wird von der IG Metall begleitet.

Die Gewerkschaft wird am 7. Mai ihre Mitglieder über den Stand der Gespräche informieren. Im Rahmen dieser Versammlung soll auch eine betriebliche Tarifkommission gebildet werden. Nach Information der IG Metall behält sich die Gewerkschaft die Forderung nach einem Sozialtarifvertrag vor. Dieser könnte gegebenfalls auch mit einem Arbeitskampf erstritten werden. Hierzu meint Metaller Grashei: „Wenn es zu keiner akzeptablen Lösung kommt, bleibt nur noch diese letzte

Konsequenz. Hierbei haben wir auch das Recht auf unserer Seite, denn das Bundesarbeitsgericht hat Streiks zur Erringung von Sozialtarifverträgen ausdrücklich erlaubt.“

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