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Geschäftsführung der ISS Automotive Services GmbH bricht Tarifgespräche ab

Protestaktion der Beschäftigten bei ISS

07.09.2018 I Am 19. Juli protestierten am Nachmittag mehr als 50 Beschäftigte der ISS Automotive Services GmbH auf dem Marienplatz in Dingolfing für mehr Geld und faire Bedingungen.

Ihr Protest richtet sich gegen ihre Geschäftsführung. Diese hat am 18. Juni die Verhandlungen über bessere Tarifverträge einfach abgebrochen und erklärt: „Es gibt keinen Handlungsbedarf. Die Bedingungen seien vernünftig geregelt und höhere Löhne nicht erforderlich.“ Das sehen die Betroffenen anders. Gemeinsam mit der IG Metall haben sie die Demonstration organisiert, um der ISS-Geschäftsführung zu zeigen: „So nicht mit uns!“

Seit 2011 ist die ISS als Dienstleister für die BMW Werke in Dingolfing und Landshut tätig. Aktuell hat die Gesellschaft einen Dienstleis-tungsauftrag über fünf Jahre von BMW erhalten und bekommt 50 Millionen Euro für technische Reinigung. Hierzu zählen zum Beispiel Lackieranlagen, Druckgussanlagen, Härte-, Schleif- und Stanzmaschinen, Transportbänder, Fräsen und Pressen. Die Beschäftigten müssen die Reinigungsarbeiten häufig in der Nacht und über das Wochenende erledigen, damit am nächsten Tag und zu Wochenbeginn die Produktion wieder sauber starten kann. Die Arbeitnehmer sind überwiegend in der untersten Lohngruppe eingestuft und erhalten für die schmutzige und belastende Arbeit 10,30 Euro Tariflohn in der Stunde. Die Beschäftigten wollen mehr Geld für ihre Arbeitsleistung.

Die IG Metall hält das für berechtigt: „Eine Bezahlung mit 15 Euro je Stunde wäre gerechtfertigt“, meint IG Metall Bevollmächtigter Robert Grashei. Er wird den Geschäftsführer der ISS, Arnold Pechmann, zur Wiederaufnahme der Verhandlungen auffordern, sonst folgen weitere Aktionen der Gewerkschaft. Die Arbeitnehmer sind entschlossen jetzt gemeinsam für mehr Geld und bessere Bedingungen zusammen zu stehen. Darum sieht die IG Metall die heutige Aktion als Warnung an die Verantwortlichen bei der ISS Automotive Services GmbH. Die Solidarität der Reinigungstrupps könnte sonst mit weiteren Aktionen zu spürbaren Produktionsstörungen beim niederbayerischen Automobil-hersteller in Dingolfing und Landshut führen. Die IG Metall sieht auch BMW als Auftraggeber in der sozialen Verantwortung, so Gewerkschafter Grashei: „Werkverträge sollen nicht missbraucht werden und für die betroffenen Arbeitnehmer in Niedriglöhne und Altersarmut enden!“

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