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Warnstreik beim BMW Komponenten Werk in Landshut Metaller fordern ein besseres Angebot

04.02.2015 I Auch Kälte und Schnee hielten die Landshuter Metallerinnen und Metaller nicht davon ab, sich für ihre Forderungen stark zu machen.

Zu Beginn des Warnstreiks um 8 Uhr 45 zeigte das Thermometer minus sieben Grad. Mit Zuversicht erwartete der IG Metall Bevollmächtigte Robert Grashei, die BMW Beschäftigten zur Kundgebung in der Ohmstraße vor dem Landshuter BMW Werk: „Metaller können bei jedem Wetter und zu jeder Zeit. Wir haben‘s drauf und die Stimmung für unsere Forderungen ist gut. Gegen die Kälte haben wir die „ubuntu drummers“ mitgebracht, die uns bei der Kälte mit Sambarhythmen einheizen“. Damit lag der Metallgewerkschafter richtig, denn um viertel nach neun konnte Bernhard Ebner, Vorsitzende der IG Metall Vertrauensleute bei BMW rund 960 Streikende vor dem Tor 1 begrüßen.

Aus allen Technologiebereichen kamen die BMW Beschäftigten mit Transparenten und Fahnen und unterstützen ihre Gewerkschaft. „Wir für mehr!, begründete Ebner die Arbeitsniederlegung. Das Angebot von 2,2 Prozent erst ab März ist uns zu wenig – wir sind mehr wert!“ Die Metaller fordern 5,5 Prozent mehr Einkommen und Zeit und Geld für Bildung. Zudem soll die Altersteilzeit neu geregelt werden. Diesen Teil der Forderung begründete der Vorsitzende des Betriebsrats Willibald Löw, der auch Mitglied der Tarifkommission ist: „Bei BMW sind derzeit 6.200 Mitarbeiter in Altersteilzeit. Das entspricht 9,1 Prozent. Was soll da das Angebot der Arbeitgeber die neue Regelung auf zwei Prozent zu schrumpfen? Das Gebot der Stunde ist mehr und nicht weniger!“ Diese Forderung unterstützte auch der Vertreter der Jugend, Johannes Detterbeck solidarisierte sich für die Auszubildenden mit der älteren Generation: „Die Älteren haben es nach 45 Jahre Arbeit und Leistung verdient in den Ruhgestand zu gehen. Für die Jungen bietet dies Chancen auf einen Arbeitsplatz.“

Über den aktuellen Stand in der Metalltarifrundete informierte Grashei, der auch Mitglied der Verhandlungskommission für die Branche in Bayern ist. Er fühlte sich angesichts der frostigen Temperaturen in die zweite Verhandlung mit den Arbeitgebern versetzt: „Genauso frostig haben wir das Angebot des Arbeitgeberverbandes am vergangenen Mittwoch in München empfunden. Eiskalt soll die Spitzenleistung der Beschäftigten nur mit mickrigen 2,2 Prozent belohnt werden. Dazu die Bildung schockgefroren und die Altersteilzeit gerupft. Nicht mit uns – jetzt zeigen wir, dass wir mehr wollen, weil wir auch mehr wert sind!“ Insbesondere die ablehnende Haltung der Arbeitgeber, um mehr Zeit und Geld für Qualifizierung durch Tarifvertrag zu ermöglichen stößt auf Unverständnis. Grashei erwartet hierzu eine klares Bekenntnis: „Entweder haben wir einen Fachkräftemangel, dann müssen wir was tun oder es ist nur dummes Geschwätz. Die Arbeitgeber sollen sich mal entscheiden, was Sache ist.“ Die IG Metall verhandelt derzeit nicht über das Angebot des Arbeitgeberverbands „vbm“, sondern macht in dieser Woche massive Warnstreiks. Mit BMW Landshut wurde am Mittwoch in weiteren 34 Betrieben die Arbeit niedergelegt. Bis zum Freitag sind weitere Aktionen geplant. In unserer Region werden am Freitag die Betriebe MANN+HUMMEL in Marklkofen und die Spätschicht bei BMW in Dingolfing zum Warnstreik aufgerufen. Damit will die Metallgewerkschaft für die anstehende dritte Verhandlungsrunde am kommenden Montag in Aschaffenburg Druck machen. Dort erwartet die IG Metall ein verbessertes Angebot. Sollte dies nicht erfolgen, gibt sich Metaller Grashei kämpferisch: „Solange die Arbeitgeber kein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch legen, mobilisieren sie damit unsere Warnstreiks mit. Gerade bei BMW können es die Arbeitnehmer nicht verstehen. Da steigt die Aktie über 100 Euro und die Beschäftigten sollen mit zwei Prozent abgespeist werden. Dann läuft halt kein Auto mehr vom Band.“ Für die größte Einzelgewerkschaft besteht eine Chance auf Einigung im Tarifkonflikt noch bis zum Ende des Monats. Wie zu erfahren war, berät am Wochenende der Vorstand der IG Metall über ein mögliches Konzept für einen Arbeitskampf. Falls kein Kompromiss im Tarifkonflikt erreicht wird, plant die IG Metall die Urabstimmung für Anfang März.

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