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100 Jahre Internationaler Frauentag | Zeichen setzen

GESTERN – HEUTE - MORGEN

19.04.2011 I Frauen können heutzutage ihr Leben erheblich eigenständiger gestalten, als ihre Urgroßmütter, Großmütter und Mütter es konnten. “Das es heute anders aussieht als noch vor 100 Jahren haben wir engagierten Frauen zu Verdanken, die die Voraussetzungen dafür geschaffen haben”, so Birgit von Garrel, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Landshut.

Demokratie war nirgends selbstverständlich, sie musste überall erst in mühsamen, meist blutigen Auseinandersetzungen erobert werden. Frauen, in vielen Bereichen benachteiligt, wurden selten von Anfang an mit in die politischen Prozesse einbezogen. Die Gründe sind vielfältig, so Birgit von Garrel: “Einen großen Einfluss hatte und hat auch heute noch die traditionelle Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern. Die Abhängigkeit der Frau vom Mann wurde durch entsprechende Gesetzgebung, durch unterschiedliche Zugänge zu Aus- und Weiterbildung, durch niedrigere Einkommen und vieles mehr gefestigt.”

Für die Durchsetzung politischer Forderungen von Frauen war der Internationale Frauentag von maßgeblicher Bedeutung. Es gibt ihn seit 1911. Clara Zetkin sei Dank! Sie – die führende Vertreterin der proletarischen Frauenbewegung – setzte ihn gegen härteste Widerstände durch. Für die Interessen der Frauen, gegen mehrfache Ausbeutung und Unterdrückung, für die Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen, für das allgemeine und freie Wahlrecht auch für Frauen.

“Heraus mit dem Frauenwahlrecht!” Am 19. März 1911, dem ersten Internationalen Frauentag gingen über eine Million Frauen in Deutschland und anderen Ländern für ihre politische Gleichberechtigung auf die Straße. Seitdem ist der Internationale Frauentag unser Forderungs- und Kampftag.

In den Betrieben wurde dieses 100-jährige Jubiläum von Metallerinnen und Metallern am 8. März mit verschiedenen Aktionen gefeiert. Es fanden Frauen-Cafés statt. Es wurde in Reden über den 100. Internationalen Frauentag daran erinnert, dass politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung Schritt für Schritt von starken, engagierten Frauen durchgesetzt wurden. Oder es wurde in Präsentationen oder in kleinen Ausstellungen auf die historische Entwicklung der Frauenbewegung und die Bedeutung des Internationalen Frauentages für die Durchsetzung politischer Forderungen von Frauen aufgezeigt. Mit aktuellen betrieblichen Zahlen und Auswertungen wurden die - auch heute noch - existierenden Diskrepanzen verdeutlicht.

Birgit von Garrel stellt fest: “Die tatsächliche Gleichstellung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben wir Frauen noch nicht erreicht. Und trotz aller Fortschritte gibt es noch viel Arbeit für uns auf dem Weg in die Zukunft, in der alle Menschen – Frauen wie Männer – die gleichen Chancen und Rechte haben. Wir Gewerkschaftsfrauen werden weiterhin den Internationalen Frauentag nutzen, um Missstände anzuprangern und unsere Forderungen insbesondere an unserem Kampf-und Forderungstag ins Zentrum zu rücken.”

Ein Höhepunkt zum 100. Internationalen Frauentag war das Theaterstück der DGB-Frauen – mit ausgesprochen starker Beteiligung von Metallerinnen und Metallern - am 11. März im sehr gut besuchten historischen Landshuter Salzstadel. Unter dem Motto “GESTERN – HEUTE – MORGEN” wurden die 100 Jahre seit dem ersten Internationalen Frauentag mit Auszügen aus Reden von Clara Zetkin sowie Bild- und Tonaufnahmen bis zum Jahr 1949 historisch aufgearbeitet. Im zweiten Teil der Aufführung wurden in selbst inszenierten Szenen die Alltagsgeschehnisse der 1950er und 60er Jahren, Eherechtsreformen bis hin zur aktuellen Quotendiskussion satirisch überspitzt dargeboten. Das Publikum zeigte seine Begeisterung mit herzhaftem Lachen, verwunderten Kommentaren und viel Szenenapplaus während der gesamten Aufführung. Die Liedermacherin Martina Prinz aus Linz bereicherte das Programm mit ihren selbst komponierten Liedern und ihren spritzigen, witzigen und frechen Texten. Traditionell wurde zum Abschluss “Brot und Rosen” gesungen.

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