Inhalt

Tarifverhandlungen bei Knürr in Arnstorf festgelaufen

IG Metall erhöht den Druck!

19.04.2011 I Die Tarifverhandlungen für einen neuen Werktarifvertrag an den Knürr Standorten in Arnstorf sind ins Stocken geraten. Nachdem bei der letzten Verhandlungsrunde keine Annäherung zwischen den Vertragsparteien erzielt werden konnte, wurden die Knürr Mitarbeiter in der vergangenen Woche bei einer Mitgliederversammlung über den aktuellen Verhandlungsstand informiert.

Das Signal aus dieser Versammlung war eindeutig: Die IG Metall Mitglieder erwarten ein Tarifergebnis mit dem die bei Knürr geltenden Entgelttabellen sowohl materiell als auch zeitlich wieder an den Flächentarifvertrag der Bayerischen Metall- und Elektroindustier gekoppelt werden. Die Metaller bei Knürr zeigten sich erbost über das schleppende Verhandlungstempo bei den Verhandlungen und forderten die IG Metall Tarifkommission dazu auf eine härtere Gangart bei der Tarifauseinandersetzung einzuschlagen.

Werden bald Warnstreikaktionen bei Knürr Realität? Wenn die Geschäftsleitung nicht vernünftig wird dann - ja!!!

In den vergangenen Jahren, als die Firma Knürr eine schwierige wirtschaftliche Lage durchlief, akzeptierte die Belegschaft mehrmals eine Verschiebung der Lohnerhöhung und leistete damit ihren Beitrag zur Bewältigung der Krisensituationen. Mittlerweile aber kann Knürr auf eine hervorragende Geschäftsentwicklung verweisen. In der Firmenhistorie war das Geschäftsjahr 2010 eines der erfolgreichsten überhaupt. Grund genug nach Jahren des Verzichts wieder auf das zeitliche und materielle Niveau des Flächentarifvertrags zurückzukehren.

Die Knürr GmbH ist ein deutscher Systementwickler für IT-Infrastrukturen mit Hauptsitz in Arnstorf / Niederbayern. Die Firma ist Entwickler, Hersteller und Vertreiber von Systemkomponenten für die Elektronik und von technischen Möbeln. Seit Januar 2006 ist Knürr ein Teil von Emerson Network Power. Emerson Electric Company ist ein amerikanischer Mischkonzern. Das Unternehmen hat ca 255 Werke mit über 140 000 Beschäftigten und vertreibt seine Produkte in 150 Ländern.

Scheinbar ist aber der Einfluß von Emerson auf Knürr so groß, dass die Verhandlungsführer der Firma bei den Tarifverhandlungen nur ein sehr begrenztes Mandat haben. Anders lässt sich nicht erklären warum nach jedem Vorschlag der IG Metall erst einmal ein Telefonat mit der Konzernzentrale in Amerika geführt werden muss.

Da diese Situation nicht hinnehmbar ist, hat nun die IG Metall Verhandlungsführerin Sibylle Wankel, IG Metall Bezirksleitung Bayern, die Verantwortlichen bei Knürr aufgefordert die Verhandlungen mit einem mit entspechenden Kompetenzen ausgestatteten Verhandlungspartner von Emerson zu benennen.

Basis für die Verhandlungen sind:

  • Eine Tariferhöhung von 2,7% rückwirkend zum 1. April 2011
  • Laufzeit des Entgelttarifvertrages maximal bis zum 31.03.2012.
  • Unter dieser Prämisse wäre für die Monate Januar bis März 2011 eine Einmalzahlung in Höhe von 240 € akzeptabel.

Sollten nun nicht zeitnah Verhandlungen auf diese Forderungen der IG Metall erfolgen, wird die IG Metall mit ihren Mitgliedern geeignete Maßnahmen zur Durchsetzung ergreifen.

Helmut Engl, Betriebsratsvorsitzender und Mitglied der Tarifkommission zeigt sich über die bisherigen Verhandlungen verärgert. „Nach Jahren des Verzichts wird es langsam wieder Zeit, dass auch die Belegschaft ihren Anteil erhält. Scheinbar ist es zur Selbstverständlichkeit geworden, dass unsere Beschäftigten auf die dringend benötigte Lohnerhöhung warten müssen. Damit muss nun einmal Schluss sein. Wenn nicht jetzt wann denn dann? Das Betriebsergebnis des letzten Jahres und die vollen Auftragsbücher sprechen eine deutliche Sprache. Es gibt genügend finanziellen Spielraum damit unsere Leute das bekommen was in anderen Betrieben schon längst umgesetzt worden ist. Mehr verlangen wir ja gar nicht!“

cronjob