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Nach Bekanntgabe der Betriebsschließung von Faurecia in Geiselhöring

IG Metall informiert Mitglieder von Faurecia

12.05.2011 I Anfang April verkündete die Geschäftsführung von Faurecia die für 2014 geplante Betriebsstilllegung des Werkes in Geiselhöring. Für 560 Beschäftigte bedeutet es das AUS beim Autositzhersteller Faurecia. Die Folge ist, wenn Faurecia diese Entscheidung nicht zurücknimmt oder nicht etwas ganz Gravierendes passiert, werden alle heute bei Faurecia Beschäftigten ihren Arbeitsplatz in Geiselhöring verlieren.

Darüber machen sich in der Belegschaft Empörung und Wut breit. Es besteht ein großer Informationsbedarf. Deshalb lud die IG Metall Landshut alle Mitglieder von Faurecia in Geiselhöring am 7. Mai zu einer offenen Mitgliederversammlung ein. Im Magnobonus-Markmiller-Saal in Straubing machte die 2. Bevollmächtigte, Birgit von Garrel, zu Beginn noch einmal deutlich: „Die Schließung ist eine politische Entscheidung von Faurecia. Die Metallsitzfertigung soll zukünftig nicht mehr in Deutschland stattfinden.“

Francesco De Salvo, der Betriebsratsvorsitzende, bestätigte dies und sagte weiter: „Aufträge im Metallbereich, die Faurecia von BMW erhalten hat wurden nach Tschechien und Polen vergeben, obwohl der Lohnkostenanteil in Geiselhöring ausgesprochen gering ist“.

Dann informierten Birgit von Garrel und Francesco DeSalvo gemeinsam die 430 Anwesenden über Themen, die sich um die Betriebsstilllegung ranken. So wurden die Inhalte eines Interessenausgleiches und Sozialplanes dargestellt und die Funktion und Bedeutung einer Transfergesellschaft erläutert. Aber auch über Arbeitslosigkeit, die Bezugsdauer von Arbeitslosengeld I und die Auswirkungen von Hartz IV wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgeklärt.

Es gab viele Fragen von den Anwesenden. Empörung und Wut überwogen aber. Empört sind die Faurecia-Beschäftigten über die Entscheidung von Faurecia das Werk zu schließen.

Wütend sind sie darüber, dass alle 560 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren werden. Das war in der Versammlung deutlich zu spüren. „Schließlich geht es um unsere Existenz und die unserer Familien,“ empörte sich eine Kollegin.

Völliges Unverständnis herrscht darüber, dass eine solche Entscheidung so „mir nichts dir nichts“ getroffen wurde. Obwohl das Werk seit seiner Gründung im Jahr 1989 schwarze Zahlen schreibt. Mit Angst wird in die Zukunft geschaut: „Ich fürchte, dass ich mit Anfang 50 keine Arbeit mehr finde.“ Äußert sich ein Kollege besorgt.

Dennoch, trotz aller Sorgen, die sich die Noch-Beschäftigten aus Geiselhöring machen, werden sie nicht alles mit sich machen lassen. Bei der Diskussion um das weitere Vorgehen waren sich alle Anwesenden einig: Wir wollen unseren Arbeitsplatz behalten. Wenn das nicht geht muss die Abfindung wenigstens hoch sein. Denn die Beschäftigten haben immer treu zum Unternehmen gestanden. Sie haben Mehrarbeit in der Woche und an Wochenenden geleistet, wenn es notwendig war. Sie kennen aber auch Kurzarbeit aus auftragsschwachen Zeiten. „Faurecia hat den Beschäftigten gegenüber eine soziale Verantwortung!“ so De Salvo.

„Die Beschäftigten sind bereit sich für ihre Vorstellungen und Forderungen einzusetzen! Spannend ist, wie hoch das Angbeot sein wird, was Faurecia dem Betriebsrat vorlegen wird. Davon hängt alles Weitere ab. Und vermutlich werden sich bei der Frage des Geldes die Geister scheiden,“ sagt Birgit von Garrel. „Die überwältigend hohe Teilnahme an unserer Mitgliederversammlung sollte Faurecia verdeutlichen. In Geiselhöring ist eine Belegschaft, die nicht alles mit sich machen läßt. Deshalb wurde auch eine betriebliche Tarifkommission gewählt,“ so Metallerin von Garrel.

Francesco DeSalvo unterstreicht: „Fällt das Sozialplanangebot mickrig aus, verschärfen wir die Gangart!“

Die Mitglieder der Tarifkommission: Hubert Niedermeier (stellv. BR-Vorsitzender), Harald Reindl (BR), Francesco DeSalvo (BR-Vorsitzender), Ingrid Artmann (BR, VK-Leiterin) und Birgti von Garrel (2. Bevollmächtigte IG Metall Landshut)

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